Archiv nach Schlagworten: Amateurfunk

AATiS AS296 Modem mit Xastir unter Ubuntu Linux

Schon seit längerem habe ich hier das Packet Radio Modem AS296 vom AATiS e.V. liegen. Leider hatte ich nie Erfolg das Modem unter Ubuntu Linux zum laufen zu bekommen. Das Problem war immer der fehlende Support für ein Pseudo-Terminal. Doch bei ubuntuusers.de habe ich die Lösung gefunden.

Nachdem diese Schritte durchgeführt sind und der Rechner neu gebootet wurde kann es man mit folgendem Befehl überprüfen:

ls -l /dev/ptypb
crw-rw-rw- 1 root tty 2, 11 Mai 18 17:49 /dev/ptypb

Nun laden wir uns das aktuelle Installations-Paket für das Modem und entpacken es

mkdir src
cd src
wget http://wiki.dl2nd.de/lib/exe/fetch.php?media=software:aatis-modem-0.2.0.zip -O aatis-modem-0.2.0.zip
unzip aatis-modem-0.2.0.zip
cd aatis-modem-0.2.0
sudo cp aatis-modem /etc/init.d/
sudo cp aatis-modem.default /etc/default/aatis-modem
sudo cp usb-as296-to-tty-d /usr/sbin/

Jetzt müssen wir in der Datei /etc/ax25/axports einen Port mit unserem Rufzeichen anlegen. Die Datei sollte nach dem Bearbeiten mit z.B. nano etwa so aussehen:

# /etc/ax25/axports
#
# The format of this file is:
#
# name callsign speed paclen window description
#
ax0 DL1MX 9600 255 7 Packet Radio

Achtung! Die Geschwindigkeit ist die für die Kommunikation mit dem Modem und nicht die Packet Radio Geschwindigkeit.

Auch die Datei /etc/default/aatis-modem muss angepasst werden. Der Parameter PTTY kann auf /dev/ptypb stehen bleiben. Anzupassen ist noch die IP-Adresse, das TXDELAY und die BAUDRATE. Für APRS muss hier 1200 stehen.

Nun kann das Modem gestartet werden:

marco@desktop:~/src/aatis-modem-0.2.0$ sudo /etc/init.d/aatis-modem start
Starting AAtis Modemattach pseudotty to ax25-kernel
AS296 Modem driver - Version: 0.2.0
selected mode 1200
set txdelay 150 ms
use persistence 255
use slottime 100 ms
use DAMA parameter
use pseudotty /dev/ptypb
AX.25 port ax0 bound to device ax0
found Modem

Okay, der port ax0 ist nun für uns verfügbar. Jetzt muss nur noch Xastir gestartet werden und konfiguriert werden. Das sieht bei mir so aus: Konfiguration von Rufzeichen, Position, Symbol und KommentarAuswahl Modemtyp Konfiguration des Ports

APRS-IS Bake mit dem Raspberry Pi

Möchte man eine Stationskennung per Internet an das APRS-IS Netzwerk absetzen, so bietet sich ein stromsparender Rechner wie z.B. der Raspberry Pi an. Diesen habe ich mit dem Debian Derivat Raspbian ausgestattet (http://www.raspbian.org).

Ich gehe davon aus das Raspbian vollständig eingerichtet ist und sich über das Netzwerk per SSH fernbedienen läßt. Unter Windows logge ich mich dann mit PuTTY oder unter Linux mit SSH auf dem Minirechner ein. Als erstes werden alle Pakete auf den neuesten Stand gebracht:

sudo apt-get update
sudo apt-get upgrade

Dann hole ich mir die benötigten Pakete und lege mir ein Arbeitsverzeichnis an:

apt-get install vim netcat aprsd
mkdir ~/aprs
cd ~/aprs

Um sich auf einem der APRS-IS server einzuloggen braucht man ein Passwort, dass vom Benutzernamen abhängt. Dieses Passwort kann komfortabel mittels des Programms aprspass aus dem Paket aprsd erzeugt werden was wir uns für später merken.

aprspass DB0NHM
APRS password for DB0NHM is = xxxxx

Nun erstellen wir eine Datei mit den APRS Daten, die an den APRS-IS Server gesendet werden sollen und unsere Position sowie den Status darstellen:

vi DB0NHM.txt

In diese Datei fügen wir (beispielsweise) folgendes hinzu:

user DB0NHM pass xxxxx
DB0NHM>APRS,TCPIP*:!5141.58N/01000.89Er1750 R20k 145.600MHz DB0NHM
DB0NHM>APRS,TCPIP*:>http://www.darc.de/h18

In der ersten Zeile steht unser Rufzeichen und das Passwort. Die zweite Zeile enhält das APRS-Frame für die Position mit ergänzendem Text. Die dritte Zeile ist ein APRS-Frame für den Statustext. Der Aufbau der jeweiligen Frames ist z.B. unter http://www.aprs-dl.de/index.php?APRS_Detailwissen:Lokale_Informationen sehr gut beschrieben und muss für jede Station angepasst werden.

Was jetzt noch fehlt ist das regelmäßige Einloggen auf einem APRS-IS Server und das Absetzen der Frames. Dazu erstellen wir ein bash-Script was durch den cron Daemon regelmäßig aufgerufen wird.

vi aprsbake.sh

Der Inhalt dieser Datei ist wie folgt:

#!/bin/sh
nc -v 195.190.142.207 14580 < /home/pi/aprs/DB0NHM.txt

Die o.g. IP-Adresse gehört dem APRS-IS Server DB0ERF in Erfurt. Es kann aber auch ein beliebig anderer APRS-IS Server genutzt werden. Zuletzt muss nur noch der cron Daemon programmiert werden:

crontab -e

Diese sich öffnende Datei enthält am Ende eine neue Zeile mit folgendem Inhalt, was einem 15 Minuten Intervall entspricht:

*/15 * * * * /home/pi/aprs/aprsbake.sh

Viel Spaß!